Ein Ziel einrichten

Anleitung für den Tab „Senden“ der iOS-App · Stand: September 2026

Brauchst du überhaupt ein Ziel?

Wahrscheinlich nicht. Ein Ziel brauchst du nur, wenn die App deine Daten an einen eigenen Server oder Dienst senden soll.

Ein Ziel ist eine Internetadresse (ein Webhook), an die die App deine Daten sendet. Wir betreiben keine solche Adresse und geben dir keine: Die App hat keine Server, das ist Absicht. Du brauchst also etwas Eigenes.

Hast du keines, nimm stattdessen den Tab „Export“: Zeitraum wählen und auf „Tabelle erstellen“ tippen. Die Datei öffnest du in Excel, Numbers oder Google Sheets. Dafür brauchst du kein Ziel.

Ohne eigenen Server ausprobieren

Wenn du nur sehen willst, ob und was ankommt, brauchst du keinen Server:

  1. Öffne webhook.site. Die Seite zeigt dir sofort eine eigene Adresse („Your unique URL“).
  2. Kopiere sie und trag sie in der App unter Senden → Erstes Ziel anlegen ein. Name frei wählbar, die beiden Schlüsselfelder bleiben leer.
  3. Sichern, dann in der Liste auf „Jetzt senden“ tippen.
  4. Auf webhook.site erscheint die Sendung — du siehst genau, was die App schickt.

Wichtig: Das sind echte Gesundheitsdaten, und sie liegen dort für jeden lesbar, der die Adresse kennt. Nimm das zum Ausprobieren, nicht auf Dauer, und lösche das Ziel danach wieder.

Dauerhafte Ziele

Diese Wege nehmen einen einfachen JSON-POST entgegen, ohne dass du programmieren musst. Sie sind Beispiele, keine Empfehlung.

Home Assistant

Home Assistant ist eine Open-Source-Plattform für das Smart Home. Unter Einstellungen → Automationen & Szenen → Neue Automation einen Auslöser vom Typ Webhook anlegen; Home Assistant erzeugt dir daraus eine Adresse der Form /api/webhook/<kennung>. Kein Schlüssel nötig — die Kennung ist das Geheimnis.

Häufiger Stolperstein: Home Assistant ist standardmäßig nur im eigenen WLAN erreichbar. Die App sendet aber auch, wenn du unterwegs bist — dann kommt nichts an. Du brauchst eine von außen erreichbare https://-Adresse.

n8n oder Node-RED

In n8n einen Webhook-Knoten anlegen, Methode POST, und die Produktions-Adresse verwenden — nicht die Test-Adresse, die gilt nur für einen einzelnen Lauf. In Node-RED einen http in-Knoten setzen und unbedingt einen http response-Knoten dahinterhängen: Fehlt der, antwortet niemand, und die App meldet nach 90 Sekunden „keine Antwort“.

Ein Automatisierungsdienst

Dienste wie Make.com nehmen mit einem „Custom Webhook“ eingehende Daten an, ganz ohne eigenen Server. Dafür liegen deine Gesundheitsdaten dann bei einem fremden Anbieter, und wo dessen Server stehen, hängt vom Konto ab. Zapier und IFTTT nehmen eingehende Webhooks nur in ihren Bezahltarifen an.

Ein eigener Server

Alles, was einen POST annimmt und mit 200 antwortet, ist ein gültiges Ziel. Dafür reicht ein kurzes Skript. Was ankommt, sieht so aus:

POST https://dein-server.at/health
Content-Type: application/json
X-Sender: export-health-data

{ "data": { "metrics": [
  { "name": "resting_heart_rate", "units": "bpm",
    "data": [ { "date": "2026-08-30 12:00:00 +0200", "qty": 52 } ] }
] } }

Der HTTP-Header X-Sender zeigt, dass die Sendung von dieser App stammt — nützlich, wenn mehrere Programme dieselbe Adresse beliefern.

Die drei Angaben in der App

Name — nur für dich. Er steht später in jeder Zeile des Protokolls.

Adresse — gibt dir dein Ziel vor. Vollständig einfügen, mit https:// am Anfang. Unverschlüsselte Adressen (http://) lässt iOS nicht zu; an eine solche käme nie etwas an, deshalb nimmt die App sie gar nicht erst an.

Zugangsschlüssel — nur, wenn dein Ziel einen verlangt. Dann nennt es dir beides: wie das Feld heißt und was hineingehört. Beide Felder gehören zusammen; ein Schlüssel ohne Feldnamen wird nicht mitgeschickt.

Automatisch senden

Ein Ziel allein genügt nicht. Zweierlei muss zusammenkommen: iOS muss die App im Hintergrund starten (auf Akku tut es das nur selten), und das iPhone muss in dem Moment entsperrt sein — bei gesperrtem iPhone gibt iOS keine Gesundheitsdaten heraus, am Ladekabel genauso. Nachts ist meist die Sperre der Grund. Verlässlich wird das Senden mit einer Automation in der App „Kurzbefehle“, die auf jedem iPhone vorinstalliert ist: Sie läuft als deine Handlung, unabhängig davon, ob iOS die App startet. Beide Wege stehen Schritt für Schritt auch im Tab „Senden“ der App.

Gerät mit eigener App (z. B. Garmin Connect, Oura, WHOOP, Withings): In „Kurzbefehle“ unten Automation → Neue Automation öffnen, dort „App“ wählen, die App deines Geräts antippen und „Wird geschlossen“ ankreuzen. Dann „Sofort ausführen“, weiter, „Neuer leerer Kurzbefehl“ → „Aktion hinzufügen“ → „Apps“ → „Export Health Data“ → „Gesundheitsdaten senden“ antippen, „Fertig“. Nicht über die Suche: Dort erscheint auch die Skript-Aktion „Kurzbefehl ausführen“, und die ist es nicht. Warte morgens, bis die App deines Geräts die neuen Werte anzeigt, bevor du sie schließt — erst dann stehen sie in Apple Health.

Apple Watch oder nur iPhone: derselbe Weg, nur mit „Tageszeit“ statt „App“ — Uhrzeit setzen (z. B. 7:30) und „Täglich“. Wähle eine Zeit, zu der du schon auf bist: Deine Werte müssen dann in Apple Health stehen, und das iPhone muss entsperrt sein — das gilt auch für die Automation.

Die Aktion heißt in der Kurzbefehle-App Gesundheitsdaten senden. Warst du zur gewählten Uhrzeit noch nicht auf, kommen die Werte, sobald die App nach dem Entsperren wieder läuft, spätestens mit der nächsten Sendung.

Wenn nichts ankommt

Über Nacht kam nichts. Meist kein Problem deines Ziels: Nachts ist das iPhone gesperrt, und dann gibt iOS keine Gesundheitsdaten heraus — am Ladekabel genauso. Gesendet wird also morgens, nachdem du entsperrt hast. Verlässlich wird das mit „Wird geschlossen“ aus dem Abschnitt darüber — dafür entsperrst du ohnehin; bei „Tageszeit“ mit einer Uhrzeit, zu der du schon auf bist.

Zugestellt, aber 0 Werte. Dein Ziel hat den Empfang bestätigt, die Sendung enthielt aber keine Werte. Meist fehlt die Health-Freigabe — im Info-Tab unter „Datenquellen prüfen“ steht, was tatsächlich gelesen wird.

Adresse nicht erreichbar. Tippfehler, oder das Ziel ist nur im eigenen WLAN erreichbar, oder es ist gerade aus. Vergleich die Adresse Zeichen für Zeichen.

Zugang abgelehnt. Die Adresse stimmt, der Schlüssel nicht — oder das Feld für den Namen ist leer geblieben.

Adresse beim Ziel unbekannt. Der Server antwortet, unter diesem Pfad liegt aber nichts. Meist fehlt der hintere Teil der Adresse, oder es ist bei n8n die Test- statt der Produktions-Adresse.

Keine Antwort. Die Verbindung kam zustande, es kam nichts zurück — bei Node-RED fehlt dann meist der Antwort-Knoten.

Die App versucht es bis zu fünfmal erneut, mit wachsendem Abstand — von einer halben Minute bis zu sechs Stunden. Fällig wird eine Wiederholung erst, wenn die App das nächste Mal läuft. Verloren ist dabei meist nichts: Jede Sendung enthält die letzten Tage, die Lücke füllt sich, sobald dein Ziel wieder antwortet.

Was die App nicht wissen kann

„Zugestellt“ heißt: Dein Ziel hat den Empfang bestätigt. Ob es die Daten danach gespeichert, verstanden oder verworfen hat, sieht die App nicht — das steht in keiner Bestätigung. Und ob deine Adresse richtig ist, kann die App vorher nicht prüfen. Das zeigt erst der erste echte Versand.

← Zur Startseite